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Juckender Hautausschlag Innenschenkel

Die 6 häufigsten Gründe für Hautausschläge

Als unser größtes Organ ist sie im Prinzip eine vielseitige "Firewall", die unseren Körper vor der Umwelt abschirmt. Zugleich fungiert sie als Abbild unseres inneren Zustands und somit als Gradmesser für unsere Gesundheit: die Haut. Veränderungen des Hautbildes wie beispielsweise Flecken, Bläschen oder aufgesprungene Stellen sollten daher unbedingt beachtet werden. Diese können plötzlich und an unterschiedlichen Stellen des Körpers erscheinen.

Wir zeigen Ihnen, welche Warnsignale unsere Haut am häufigsten sendet und welche Ursachen hinter Hautirritationen und Ausschlägen stecken können.

Vorab ist eine wichtige Differenzierung zu beachten: Auch wenn im allgemeinen Sprachgebrauch meistens von einem Ausschlag die Rede ist, besteht ein Unterschied zwischen einem Hautausschlag, auch Exanthem genannt, und einem Ekzem.

  • Ein Hautausschlag tritt in der Regel als Symptom in Erscheinung. Allergien, Unverträglichkeiten oder Infektionen können für dessen Entstehung verantwortlich zeichnen. Dieser Ausschlag betrifft meistens den gesamten Körper, jedoch nicht vorrangig die oberste Hautschicht. Er hat in den meisten Fällen innere Ursachen.
  • Im Gegensatz dazu werden Ekzeme hauptsächlich durch äußere Einflüsse, wie zum Beispiel eine Kontaktallergie, ausgelöst. Es handelt sich dabei um eine Entzündung der obersten Hautschicht. Mit einem Anteil von bis zu 20 Prozent stellen sie den größten Anteil an Hautkrankheiten dar und sind ein Oberbegriff für entzündliche, meist juckende und nicht ansteckende Hauterkrankungen. Es existieren allerdings neben exogenen auch endogene Ekzeme. Von diesen sind etwa zehn Prozent der Bevölkerung betroffen, die eine entsprechende genetische Disposition aufweisen. Das am weitesten verbreitete endogene Ekzem ist das sogenannte atopische Ekzem - die Neurodermitis.

Ursache Nr. 1: Allergien und Unverträglichkeiten

Eine der häufigsten Auslöser für unangenehme Hautausschläge stellt eine allergische Reaktion dar. Ein Nesselausschlag ist beispielsweise ein charakteristisches Merkmal für eine Histaminintoleranz. Sie kann aber auch ein mögliches Kennzeichen einer Tierallergie sein. Die atopische Dermatitis, besser bekannt als Neurodermitis, ist vermutlich die am häufigsten vorkommende Erkrankung der Haut, die mit einer allergischen Reaktion einhergeht. Als Risikofaktoren gelten unter anderem Allergene aus der Luft, wie beispielsweise Gräser und Pollen, oder aber auch Nahrungsmittelallergien. Typische Symptome dieser Erkrankung sind juckende und trockene Hautausschläge, insbesondere in den Kniekehlen und Armbeugen, die oft bereits im Kindesalter auftreten.

Aber Achtung! Selbst wenn Sie kein Allergiker sind, können solche Hautirritationen auftreten. Das sogenannte toxische Kontaktekzem beziehungsweise eine Kontaktallergie kann sowohl bei Allergikern als auch bei Nicht-Allergikern auftreten. Häufig wird sie durch bestimmte Putzmittel hervorgerufen, mit denen die Haut in Berührung gekommen ist. Allerdings können auch bestimmte Pflanzen oder Materialien wie Latex bei Personen, die viel mit ihnen arbeiten, zu Hautausschlägen führen. Die Hautveränderungen manifestieren sich in der Regel exakt in dem Bereich, der mit einer bestimmten Substanz in Kontakt war. Typische Reaktionen sind Rötungen und Juckreiz, in schwereren Fällen kann sich sogar eine Bläschenbildung entwickeln. In der Folge kann die Haut schuppig werden und verkrusten. Im Regelfall erholt sie sich jedoch vollständig, sobald sie nicht mehr mit den Allergenen in Kontakt kommt.

Auch Kosmetika können zu derartigen Kontaktekzemen führen. Wenn Ihre Haut nach einem Produktwechsel sensibel reagiert, kann es durchaus sein, dass ein bestimmter Inhaltsstoff diese Hautirritation ausgelöst hat. Insbesondere Konservierungsstoffe oder Duftstoffe gelten hier als typische Ursachen. Viele Menschen reagieren zudem überempfindlich auf die Inhaltsstoffe bestimmter Sonnenöle. Die sogenannte Mallorca-Akne ist ein Paradebeispiel hierfür. Es handelt sich also nicht um eine allergische Reaktion des Körpers auf die Sonne selbst, sondern auf den verwendeten Sonnenschutz.

Die Haut ist einer der zuverlässigsten Indikatoren für eine Allergie

Nach den Atemwegen ist die Haut der Körperbereich, an dem sich Allergiesymptome am häufigsten zeigen. In den meisten Fällen reagiert sie bei Kontakt mit unterschiedlichen Stoffen wie Reinigungsmitteln oder Tierhaaren. Ein typisches Zeichen einer Histamin-Intoleranz oder Tierhaarallergie ist ein Nesselausschlag. Jedoch können auch Nicht-Allergiker empfindlich auf bestimmte Substanzen reagieren, beispielsweise in Kosmetikprodukten.

Ursache Nr. 2: Infektionen durch Viren oder Bakterien 

Ein weit verbreitetes Thema bei Kindern, bei Erwachsenen jedoch seltener anzutreffen, sind Infektionskrankheiten als Auslöser eines Ausschlags. Masern, Windpocken, die Hand-Fuß-Mund-Krankheit, Scharlach oder das Dreitagefieber - sie alle gehen mit teilweise hochansteckenden Hautausschlägen einher. Sie werden durch Erreger ausgelöst, die Toxine freisetzen oder eine Immunreaktion des Körpers verursachen.

Bei Erwachsenen kann es vorkommen, dass eine wiederauflebende Infektion mit Herpes-zoster-Viren (diese lösen bei der ersten Infektion Windpocken aus) zu einem schmerzhaften Hautausschlag im Rücken-Brust-Bereich, im Gesicht oder am Ohr führt. Dies sind typische Anzeichen einer sogenannten Gürtelrose.

Ebenso sind Rötungen, die sich ringförmig um die Einstichstelle ausbreiten (Wanderröte), ein Warnsignal der Haut und ein Grund, auf jeden Fall einen Arzt aufzusuchen. Es könnte sich dabei um erste Anzeichen einer Borrelien-Infektion handeln, die durch einen Zeckenstich ausgelöst wird.

Der Hautausschlag als Anzeichen für einen Infekt

Zahlreiche Infektionskrankheiten, insbesondere die typischen „Kinderkrankheiten', sind mit einem Hautausschlag verbunden. Die häufigsten Verursacher dieser Infektionen sind:

  • Bakterien: Scharlach, Wundrose, Borreliose
  • Viren: Gürtelrose, Masern, Windpocken, Röteln, Hand-Fuß-Mund-Krankheit
  • Pilze: Fußpilz, Hautflechte
  • Parasiten wie Milben können zu einem Krätze-Hautausschlag führen

Ursache Nr. 3: Durchblutungsstörungen und Venenprobleme

Eine beeinträchtigte Funktion der Venen, in der Medizin als Veneninsuffizienz bekannt, kann ebenfalls Hautirritationen verursachen. In diesem Fall spricht man von einem Stauungsekzem oder einer Stauungsdermatitis. Dieses äußert sich in der Regel in Form von bläulichen oder rötlichen Verfärbungen der Haut, die Juckreiz verursachen können. Zu den weiteren möglichen Symptomen zählen Schmerzen in den Waden sowie angeschwollene und schwere Beine. Dieser Zustand verschlimmert sich beim Stehen. Ursächlich ist eine mangelhafte Durchblutung. In der Folge staut sich Blut in den Venen der Unterschenkel. Gelegentlich kann ein Stauungsekzem aber auch bei Menschen mit gesunden Venen auftreten.

Ursache Nr. 4: Ein erhöhter Blutzuckerspiegel

Bei bis zu 80 Prozent der Personen mit Diabetes treten bereits in einem frühen Stadium Hautveränderungen auf. Der Grund dafür: Der Körper scheidet überschüssigen Zucker vermehrt über den Urin aus und verliert dadurch so viel Flüssigkeit, dass die Haut trocken wird. Die Folge sind rissige, juckende und leicht verletzliche Hautpartien, über die Krankheitserreger wie Pilze oder Bakterien leicht eindringen können. Falls Sie wiederholt unter schlecht heilenden Wunden oder wiederkehrenden Pilzinfektionen wie beispielsweise Fußpilz leiden, ist eine ärztliche Untersuchung dringend zu empfehlen.

Etwa die Hälfte aller Diabetiker kennt aus eigener, leidvoller Erfahrung die sogenannte diabetische Dermopathie. Dabei bilden sich in der Regel an den Unterschenkeln schmerzlose, scharf abgegrenzte ovale, rötlich-braune Bereiche. Die Ursache dafür ist eine Schädigung der Blutgefäße in der Haut, die durch den erhöhten Blutzuckerspiegel ausgelöst wird.

Weshalb Hautveränderungen auf Diabetes hindeuten können

Die Haut gilt als Frühwarnsystem für Diabetes. Eine trockene, rissige Haut kann ein erstes Anzeichen sein. Sie entsteht, weil der Körper vermehrt Zucker über den Urin abgibt und dabei Flüssigkeit verliert. Diabetiker leiden zudem oft unter Nervenschäden und Durchblutungsstörungen, welche die Entstehung von Hautveränderungen begünstigen. Durch eine schlechte Durchblutung wird die Nährstoffversorgung der Haut beeinträchtigt, wodurch sie trocken und empfindlich wird. Auch die Wundheilung verschlechtert sich. Nervenschädigungen haben zur Folge, dass die Patienten warnende Schmerzen weniger stark wahrnehmen. Druckstellen können sich bilden, und Juckreiz setzt ein.

Ursache Nr. 5: Eine Reaktion auf Medikamente

Beinahe jedes Medikament kann Nebenwirkungen haben. Wenn diese auftreten, ist die Haut am häufigsten betroffen. Das sogenannte Arzneimittelexanthem ist mit rund 40 Prozent die häufigste Form von allergischen Arzneimittelreaktionen. Typische Symptome sind klein- oder großflächige Ausschläge. Beinahe ebenso häufig tritt eine Nesselsucht auf, bei der sich an wechselnden Stellen immer wieder Quaddeln bilden.

Wie schnell der Körper auf ein Arzneimittel reagiert, kann stark variieren. Teilweise treten Hautausschläge innerhalb weniger Minuten auf, in anderen Fällen erst verzögert zwischen dem siebten und zwölften Tag. In den meisten Fällen verlaufen sie jedoch unkompliziert und klingen von selbst wieder ab, sobald der Patient das Medikament absetzt.

Zu den am häufigsten vorkommenden Medikamenten, die eine Arzneimittelallergie beziehungsweise -pseudoallergie auslösen können, zählen Antibiotika, Schmerz- und Rheumamittel, Insuline, Heparine, Schilddrüsenhormone, Antiepileptika und Psychopharmaka sowie Gicht- und Herz-Kreislauf-Medikamente. Insbesondere in Verbindung mit Sonneneinstrahlung kann auch Johanniskraut, ein Mittel, das bei leichten Depressionen verschrieben wird, zu Hautreaktionen führen. In diesen Fällen, also bei einer Wechselwirkung zwischen Arzneimitteln und Sonnenlicht, spricht man in Fachkreisen von einem sogenannten photoallergischen Ekzem. Die Hautveränderungen treten dabei in der Regel nur in dem Bereich auf, der dem Sonnenlicht ausgesetzt war.

Wenn Arzneimittel die Haut "krank" machen

Viele Menschen reagieren überempfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe von Medikamenten. Häufige Auslöser solcher Hautausschläge sind:

  • Antibiotika: Insbesondere Penicillin kann einen roten, knotig-fleckigen und stark juckenden Ausschlag verursachen. Ein solches Exanthem beginnt meist am Körperstamm, Nacken und Gesicht und breitet sich weiter über Arme und Beine aus.
  • Schmerzmittel
  • Anti-Epileptika
  • Psychopharmaka wie Antidepressiva
  • Röntgenkontrastmittel
  • Lokalanästhetika
  • Blutdrucksenker
  • Schildrüsenhormone
  • Insuline
  • Heparine

Ursache Nr. 6: Überpflege 

Immer wieder überlasten Menschen ihre Haut mit einem Übermaß an Pflege- und Kosmetikprodukten. Wer zu viele Pflegemittel mit unterschiedlichen Zusammensetzungen oder für den falschen Hauttyp verwendet, kann der Haut langfristig mehr schaden als nutzen. Denn ein Zuviel an Pflege zerstört den natürlichen Säureschutzmantel der Haut, was sie anfälliger macht. Auch übermäßiges Duschen oder Baden kann ein solches Ekzem, genannt periorale Dermatitis oder Mundrose, fördern. Darüber hinaus können äußere Faktoren wie die Einnahme der Antibabypille oder Sonnenlicht diese Irritationen auslösen beziehungsweise verstärken.

Die häufigsten Symptome sind kleine rötliche Knötchen mit Eiterbläschen, die rund um den Mund und die Augen auftreten. Aus Unwissenheit reagieren viele Betroffene falsch und verwenden noch mehr beziehungsweise zusätzliche Pflegeprodukte. Hilfreich ist aber nur das Gegenteil. Damit sich die gereizte Haut wieder erholen kann, sollte man so wenig Pflegeprodukte wie möglich verwenden.

Problemhaut durch zu viel Pflege?

Wer übermäßig zu Pflegeprodukten und Kosmetika greift, riskiert, an einer sogenannten Mundrose zu erkranken. Dabei ist insbesondere die Haut um den Mund gereizt, entzündet, gerötet und bildet Knötchen und Bläschen. Auch die Bereiche um die Nase oder die Augen können betroffen sein. Die Erkrankung ist zwar harmlos, sollte aber ärztlich abgeklärt werden. Im Normalfall reicht eine Nulltherapie, also das Weglassen von Kosmetika und Pflegeprodukten, aus, um die Haut wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Fazit

Hautausschläge sind unangenehm und können jeden betreffen. Vom Kleinkind bis ins hohe Alter sind viele Menschen immer wieder davon betroffen. Die Ursachen, die hinter den oft juckenden Symptomen stecken, sind ebenso vielfältig wie ihr optisches Erscheinungsbild. In den meisten Fällen sind sie harmlos. Unter Umständen können sie jedoch auch erste Anzeichen einer Allergie oder einer ernstzunehmenden Erkrankung darstellen. Bei Veränderungen und Irritationen der Haut ist es daher immer ratsam, einen Arzt zu konsultieren.